Der Deutsch-Französische Tag 2018

Deutschland und Frankeich – zwei Länder, die nicht einfach nur eine gemeinsame Ländergrenze verbindet, sondern auch ein, seit über einem halben Jahrhundert bestehender, Freundschaftsvertrag, auch bekannt als Elysée-Vertrag. Eben dieser wurde am 22. Januar 1963 im Pariser Elysée-Palast von dem französischen Präsidenten Charles De Gaulles und dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnet und bildet seitdem eine feste Grundlage für die enge deutsch-französische Zusammenarbeit in Feldern wie Politik, Kultur, Bildung und ähnlichem.

Im Rahmen des 40. Jahrestags der deutsch-französischen Freundschaft entschlossen sich Jaques Chirac und Gerhard Schröder 2003 einen Deutsch-Französischen Tag ins Leben zu rufen, der nun seitdem jedes Jahr auf beiden Seiten der Landesgrenze in Form einer deutsch-französischen Woche mit vielen kulturellen, aber auch politischen und künstlerischen Veranstaltungen gefeiert wird. Ziel dieses Tages ist es an die deutsch-französische Freundschaft und ihren Ursprung zu erinnern und dabei besonders die Jugend anzusprechen und für das Nachbarland zu öffnen um die fortbestehende Grundlage eines aktiven Austausches weiterhin anzuregen und zu schaffen.

In der gemeinsamen Erklärung, aufgesetzt und unterzeichnet von beiden Regierungen, wird dies im Artikel 16 weiter ausgeführt:

 „Wir erklären den 22. Januar zum ‚Deutsch-Französischen Tag‘. Wir wünschen, dass dieser Tag künftig in allen Einrichtungen unserer Bildungssysteme der Darstellung unserer bilateralen Beziehungen, der Werbung für die Partnersprache und der Informationen über die Austausch- und Begegnungsprogramme, sowie über die Möglichkeiten des Studiums und der Beschäftigung im Partnerland gewidmet wird.“

So steht der 22. Januar seit 2003 unter einem bestimmten Motto, wie zum Beispiel „Förderung der Partnersprache“ im Jahr 2004 oder „Franzosen und Deutsche: einmal Freunde, immer Freunde“ im Jahr 2016. Das Deutsch-Französische Jugendwerk, dem 2007 die Durchführung der Feierlichkeiten in Zusammenarbeit mit dem französischen Bildungsministerium übertragen wurde, ruft in diesem Sinne jedes Jahr dazu auf kreative Projekte, die den Austausch zwischen beiden Ländern fördern, einzureichen. Dabei ist den Veranstaltern jeglicher Freiraum bei der Realisation ihres Projektes gegeben, ob es sich nun um ein Konzert, eine Zirkus- oder Theateraufführung, eine Kunstausstellung, eine Konferenz, einen Kochkurs, ein Speed-Dating oder ähnliches handelt, solange die Sprache und Kultur des Nachbarlandes im Vordergrund steht. In diesem Sinne wurden im Rahmen des Deutsch-Französischen Tages 2017 circa 150 Veranstaltungen vom DFJW unterstützt.

In diesem Sinne bietet auch das Centre Franco-Allemand de Provence Veranstaltungen, die unter dem Motto des Deutsch-Französischen Tages stehen an. Dazu gehört zum Beispiel die Konferenz mit Henri Ménudier, Professor an der Sciences Po Paris, unter dem Titel „Emmanuel Macron und die Neubelebung Europas – Französische und deutsche Vorschläge“, die am Donnerstag, dem 18. Januar um 18:30 Uhr im Rathaus von Aix-en-Provence stattfindet.

Des Weiteren geht das Centre Franco-Allemand de Provence zusammen mit der Mobiklasse-Lektorin wieder in die Vorschulen von Aix-en-Provence, wie es bereits im letzten Jahr realisierst wurde. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf Vorschulen in sozial gemischten Vierteln um Kindern, die eher weniger Zugang zu anderen Kulturen bekommen, einen Einblick in die deutsche Kultur und deren Verbindung mit der französischen zu ermöglichen. So erhalten die Schüler nach einem kleinen deutschen Frühstück eine Intervention mit Spielen und Bastelaufgaben, die sich entweder auf das Thema „Der Regenbogenfisch“ oder auf das Thema „Die Bremer Stadtmusikanten“ beziehen werden. Unterstützt wird dies vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, welches kleine Geschenke und Broschüren für die Kinder zur Verfügung stellt.

 

Klara Rüsing