Konferenz: "Deutsche Physik" gegen "jüdischen Intellektualismus“: Die Auseinandersetzung um Einstein von 1915 bis 1945 und darüber hinaus

Donnerstag, 2. März um 18h15
Institut d’Etudes Politiques
Amphithéâtre Cassin
25, rue Gaston de Saporta – Aix-en-Provence

Ein Vortrag von Alexandre Moatti, französischer Schriftsteller und wissenschaftlicher Herausgeber, Forscher am Forschungsinstitut SPEHRE (Wissenschaft, Philosophie, Geschichte) der Universität Paris-Diderot

Einstein ist die Schlüsselperson der modernen Physik und eine symbolträchtige Person des 20. Jahrhunderts.  Seine Theorien haben unsere Anschauung des Universums fundamental verändert. Dennoch musste kaum jemand so viel Hass und Groll ertragen wie Albert Einstein. Für die französischen Nationalisten war Einstein Deutscher, für die deutschen Nationalisten Jude. Einige betrachteten seine Theorien daher als eine Bekundung jüdischen „Intellektualismus“, dem man eine „deutsche Physik“ entgegensetzen sollte. Albert Einstein und seine Theorien boten weltweit Anlass für Unverständnis und sogar gewalttätige Ablehnung.

Die Konferenz beleuchtet diesen wenig bekannten Aspekt der Rezeption Einsteins, der gut aufzeigt, dass Wissenschaft nicht in einem rein intellektuellen Raum stattfindet, sondern, wie alle menschlichen Aktivitäten, Teil soziokultureller und sogar ideologischer Kontexte ist.