Blog

Der Blog

Der Blog des Centre Franco-Allemand de Provence bietet eine Plattform für den Gedankenaustausch zu deutsch-französischen Themen. Veröffentlicht werden hier Texte von Gästen und Mitarbeitern des Centre, vor allem aber auch Ihre Texte. Haben Sie eine schöne deutsch-französische Erfahrung gemacht? Haben Sie gerade ein tolles Buch gelesen, eine außergewöhnliche Ausstellung gesehen oder Musik neu entdeckt? Haben Sie Lust, darüber einen kleinen Essay zu verfassen? Dann kontaktieren Sie uns: Wir sind gespannt auf Ihre Gedanken.

Die Neue Pinakothek, was ist das denn ?

Am Donnerstag, dem 2. November findet veranstalten wir in Kooperation mit dem Musée Granet eine Konferenz mit Joachim Kaak über die Neue Pinakothek in München in Form eines Vortrags zu Manet und den Vereinigten Staaten. Doch was ist eigentlich die Neue Pinakothek genau?

Die Neue Pinakothek, welche das erste Museum für zeitgenössische Kunst in Europa war, wurde von Ludwig I. gegründet, da dieser seine private Kunstsammlung der Öffentlichkeit zugänglich machen und gleichzeitig eine zusätzliche Ausstellungsfläche für die Münchener Schule schaffen wollte. Auf diese Weise sollte sie den Gegenpol zur ebenfalls von Ludwig I gegründeten Alten Pinakothek bilden, da in dieser hauptsächliche die Alten Meister zu finden waren. Nach ihrer Eröffnung am 25. Oktober 1853 lag der Schwerpunkt der Ausstellung für lange Zeit auf den Malern süddeutscher Schulen und Akademien und somit in den vertrauten Bahnen des Freistaats Bayern. Dies änderte sich zum ersten Mal im Jahre 1909, als Hugo von Tschudi als Generaldirektor der Münchner Staatsgemäldesammlung, zu der auch der Bestand der Neuen Pinakothek zählt, eingesetzt wurde und ein verstärktes Augenmerk auf die modernen französischen Künstler lenkte.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude der Neuen Pinakothek bei anglo-amerikanischen Bombardierungen stark beschädigt und im Jahre 1949 letztendlich abgerissen. Relativ parallel zur Neueröffnung der Neuen Pinakothek am 28. März 1981, wurde die Pinakothek der Moderne in München eröffnet. Da diese ab sofort für die zeitgenössische Kunst zuständig war, beging die Neue Pinakothek eine Neuausrichtung zur Malerei und Skulpturen aus dem facettenreichen 19. Jahrhundert. Inzwischen bildet sie somit das Bindeglied zwischen der Alten Pinakothek und der Pinakothek der Moderne und steht unter dem Motto << Von Goya bis van Gogh >>. Ihr Bestand, welcher über 6000 Werke umfasst, ist seit 1915 Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlung und bietet einen Überblick von Aufklärung bis zum Anbruch der Moderne. Im Rahmen des späten 18. und dem frühen 20. Jahrhunderts findet man in den Ausstellungsräumen Werke vieler berühmter Künstler wie Manet, Cézanne oder van Gogh, aber insgesamt Malerei und Skulpturen des Klassizismus, der Romantik, des Jugendstils und des Impressionismus.

Die Neue Pinakothek steht seit 2003 unter der Leitung von Dr. Joachim Kaak, welcher ebenfalls Referent für Malerei und Plastik von 1850 bis 1900 ist.

Klara Rüsing

 

 

Analyse der Bundestagswahlergebnisse 2017

Die Bundestagswahl 2017 brachte manche positive, aber auch einige negative Überraschungen mit sich, die in der nächsten Legislaturperiode gewiss die eine oder andere Veränderung bewirken werden.

Während die CDU mit ihrem schlechtesten Wahlergebnis seit 1949 von 32,9 Prozentpunkten als stärkste Kraft aus der Wahl herausging, erreichte die SPD ihren historischen Tiefpunkt mit nur 20,5 Prozentpunkten. Die Linke und die Grünen verzeichnen beide ein kleines Plus von 0,6 bzw. 0,5 Prozentpunkten, werden jedoch beide von der FDP überholt, welche durch einen großen Zuwachs von 6 Prozent nun auch wieder ein Mandat im Bundestag erwerben konnte. Einen großen Schock stellt für eine große Mehrheit das Ergebnis der AfD (Alternative für Deutschland) dar, denn mit dem Erhalten von 12,6 Prozentpunkten zieht diese nicht nur in den Bundestag ein, sondern ist nun ab sofort auch drittstärkste Kraft in Deutschland.

Die Wahlbeteiligung stieg von 71,5 Prozent im Jahr 2013 auf 75,9 Prozent, wobei 61,8 Millionen Deutsche wahlberechtigt waren. Dieser Zuwachs an aktiven Wählern geschah vor allem zu Gunsten der AfD und der Linken, welche gemeinsam fast 2 Millionen Nichtwähler mobilisierten. So hat die AfD aber auch insgesamt den größten Anteil ihrer Wählerschaft, nämlich 35%, aus den Nichtwählern der letzten Bundestagswahl bezogen. 24% ihrer Wähler hatten diese bereits 2013 gewählt, während 21% von der CDU/CSU übergewandert sind. Insgesamt bestätigt die diesjährige Bundestagswahl die Entwicklung eines wechselhaften Wahlverhaltens, das nun schon seit längerem beobachtet wird. So binden sich Wähler nur noch selten an eine bestimmte Partei, sondern entscheiden sich meist erst kurz vor der Wahl. Des Weiteren lässt sich Deutschland bezüglich der Wahlergebnisse immer noch in West- und Ost-Deutschland unterteilen. Demnach dominieren in den westlichen Bundesländern eher Union und SPD, wohingegen in den östlichen Bundesländern die Union deutlich unterhalb der 30% liegt, die SPD nur viertstärkste Kraft ist und die AfD mit über 20 % zweitstärkste Partei ist. In Sachsen erhält die Union sogar weniger Stimmen als die AfD.

Nun steht natürlich die wichtige Frage im Raum, wie die AfD so viele neue Wähler gewinnen konnte. Eine Umfrage diesbezüglich ergab, dass 60% der AfD-Wähler diese nur aus Protest und Enttäuschung über die anderen Parteien gewählt haben, wohingegen nur 31% aus Überzeugung ihre Stimme gaben. Das Programm der Partei allerdings findet bei 76% der Wähler Zuspruch, wobei diese meist angeben, Angst vor schwerwiegenden Veränderungen auf kultureller, religiöser und krimineller Ebene zu haben, falls nicht entscheidender gegen Terror und die Zuwanderung von Flüchtlingen vorgegangen wird. Besonders große Unterstützung erhält die Partei hierbei größtenteils von Arbeitern, Arbeitslosen und denjenigen, die angeben, sich in einer wirtschaftlich schlechten Situation zu befinden. Der Status einer Protestpartei scheint also rechtens, doch auf Dauer keine angenehme Lösung zu sein. Darauf ging nicht nur Martin Schulz, sondern ein Großteil der Politiker unmittelbar nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen ein. So wird von allen Seiten betont, dass man unabhängig von den Wahlergebnissen das Ziel verfolge, gemeinsam gegen den Rechtsextremismus im Bundestag vorzugehen und die nächste Legislaturperiode zu nutzen, um den deutschen Wählern wieder das Gefühl von wirtschaftlicher und allgemeiner Sicherheit im eigenen Land zu geben, und ihre Ängste ernst zunehmen.

Doch bleibt dies vorerst nicht die einzige Sorge der Parteien im Bundestag. Da die Wahlergebnisse nur zwei verschiedene Koalitionsmöglichkeiten für eine echte Mehrheitsbildung bieten und die SPD bereits wenige Minuten nach den ersten Hochrechnungen bekannt gab nicht an einer Großen Koalition interessiert zu sein, bleibt Deutschland letztlich nur die Jamaika-Koalition. Dies ist eine Zusammenführung der Union, der Grünen und der FDP, die eine neue Dynamik versprechen könnte, aber auch riskant zu sein scheint, da einige zentrale inhaltliche Unterschiede vorhanden sind und die beiden Parteien im Wahlkampf als harte Gegner auftraten. Dies verursacht nicht nur zu schweren Verhandlungen für die Union bei ihrer Koalitionsbildung, sondern könnte auch eine gewisse Behinderung im Bundestag bedeuten. Dennoch sprechen sich 60% der FDP- und 49% der Grünen-Wähler für eine Regierungsbildung mit der Union aus.

So bleibt Deutschland gespannt, wie sich die politische Lage auf Bundestagsebene in den nächsten Wochen der Koalitionsverhandlungen entwickelt und wie stark sich der Einzug der AfD in den Bundestag auf dessen Entscheidungen auswirken wird.

 Von Klara Rüsing

 

 

Bundestagswahl 2017

Eine Angelegenheit, die nicht nur Deutschland, sondern auch uns und ganz Europa betrifft ist die bevorstehende Bundestagswahl in Deutschland am 24. September. Wie ihr vielleicht wisst, gibt es zwei Spitzenkandidaten, welche die zwei führenden Parteien in Deutschland vertreten. Da hätten wir einmal die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel, welche der Union der CDU und der CSU angehört und der Überraschungskandidat Martin Schulz, zugehörig der SPD. Wir wissen nicht, inwiefern ihr bereits gut oder weniger gut über beide Kandidaten informiert seid, also hier ein paar Infos zu Frau Merkel und Herrn Schulz:

Angela Merkel übt das Amt der Bundeskanzlerin jetzt nun schon seit 12 Jahren aus, womit sie zu einem geringen Anteil der bisherigen deutschen Bundeskanzler gehört. In diesen 12 Jahren hatte sie auf jeden Fall genug Zeit und Gelegenheiten wichtige und bereichernde Erfahrungen zu sammeln. Diese würden ihr auch in der nächsten Amtsperiode, in der alles noch komplizierter zu werden scheint, sehr nützlich sein und werden deshalb vom deutschen Volk besonders geschätzt. Darin findet sich auch einer ihrer größten Vorteile gegenüber Martin Schulz, der bisher nur eine einzige Führungs- bzw. Regierungsposition aufweisen kann, nämlich das Bürgermeisteramt in Würselen. Dazu kommt noch, dass es Deutschland momentan gut geht. Die gute wirtschaftliche Entwicklung, die sich seit Merkels Amtsantritt verzeichnen lässt, und die Krisenstimmung, welche momentan auf der internationalen Ebene der Politik herrscht, stärken Merkel die Seite. Mit ihrem hohen Ansehen auf internationaler Ebene und der Tatsache, dass Menschen in Krisenzeiten eher am Bestehenden festhalten, verschafft sie sich bei den Wählern ein großes Plus, denn wer weiß nicht gerne, was man davon hat, wenn man sich für etwas entscheidet? Doch sollte man Martin Schulz keineswegs als Gegner unterschätzen. Er präsentiert sich nicht nur als “Mann des Volkes“, sondern ist auch noch ein guter Rhetoriker, der genau weiß, wie er seine Zuhörer bewegen und begeistern kann. Durch sein Dasein als ehemaliger Alkoholiker und Arbeitsloser sammelt er nicht nur viele Sympathiepunkte, sondern vermittelt zudem den Eindruck aus Wählerperspektive als Bundeskanzler agieren zu können. Des Weiteren gilt Schulz als unverbraucht. Von ihm wird erwartet, dass er frischen Wind in die SPD und die Bundespolitik bringt.  Dabei wird er mit voller Kraft von seiner Partei unterstützt, woran es Merkel momentan eher mangelt.

So hat jeder der beiden Kandidaten seine Vorteile gegenüber dem anderen, aber auch ein paar Angelegenheiten, die ihm zur Gefahr werden könnte. Bei Merkel handelt es sich hierbei um den schon erwähnten bröckelnden Rückhalt der Partei, aber auch um ihre Flüchtlingspolitik, durch welche sie viele konservativere Wähler verloren hat, ihr mangelndes Redetalent und der Ermüdungseffekt, der nach 12 Jahren Amtszeit eintreten könnte. Schulz hingegen könnte sein Einstehen für ein bürgerfernes und elitäres Europa zum Hindernis werden, da dem viel Ablehnung begegnet. Außerdem hat die SPD kaum Machtoptionen, wenn sie nicht als stärkste Partei aus der Wahl hervorgeht, und Abgrenzungsproblem seitdem die CDU unter Merkel wieder weiter nach links gerückt ist.

Es gibt durchaus noch viel mehr Vergleichspunkte, doch sollte das erst einmal genügen um euch einen gewissen Vorgeschmack auf die Bundestagswahl 2017 zugeben.

 

Wir hoffen, ihr seid genauso gespannt auf das Ergebnis des kommenden Sonntags!

Von Klara Rüsing

 

 

 

Haben Sie diesen Monat Lust auf einen Roadmovie aus dem Jahr 2000? Dann sehen Sie sich Im Juli unter der Regie von Fatih Akin an.

Der angehende Lehrer Daniel (Moritz Bleibtreu) bekommt vonder Schmuckverkäuferin Juli (Christiane Paul) einen Ring mit einem Sonnensymbol, der ihm den Weg zu seiner großen Liebe weisen soll. Auf einer Party trifft Daniel auf die Türkin Melek (Idil Üner), die ein T-Shirt mit einer Sonne darauf trägt. In der Gewissheit, dass Melek seine Traumfrau ist, folgt Daniel ihr im Auto nach Istanbul. Auf dem Weg dahin nimmt er Juli als Anhalterin mit und ein turbulentes Abenteuer beginnt.

Im nachstehenden Link, können Sie sich den Trailer hier anschauen.

Interview mit dem Schriftsteller Uwe Timm

Im Rahmen der Veröffentlichung auf Französisch seines Romans "Vogelweide" (frz.: Le refuge aux oiseaux) hat der deutsche Bestsellerautor Uwe Timm eine Lesung in der Bibliothèque Méjanes in Aix abgehalten. Wir hatten dankenswerterweise die Möglichkeit ihm bei dieser Gelegenheit einige Fragen zu stellen. Das Interview (auf Deutsch mit französischer Übersetzung) finden Sie unter diesem Link: Interview (pdf)

Kontakt:

Tel | E-mail

+33 (0)4 42 21 29 12 info@cfaprovence.com

Adresse

19, rue du Cancel 13100 Aix-en-Provence

Öffnungszeiten

Montag - Freitag: 10:00-12:00 Uhr | 14:30-17:30 Uhr