Von Mittwoch, 21. bis Freitag, 23. März - Internationales Kolloquium : Außenpolitik im Verborgenen : Die Einbindung der „Zivilgesellschaft“ in der transnationalen Politik

Von Mittwoch 21. bis Freitag 23. Marz 
Sciences Po
Espace Philippe Seguin
31, avenue Jean Dalmas - Aix-en-Provence

Außenpolitik im Verborgenen: Die Einbindung der „Zivilgesellschaft“ in der transnationalen Politik

„Zivilgesellschaft“ ist nach wie vor ein mit der klassischen Demokratietheorie eng verbundener Begriff. Gleichwohl wurde „Zivilgesellschaft“ in den letzten Jahrzehnten zunehmend eine Kategorie in den Überlegungen zu politischen Interventionen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Auch wenn die realen Gegebenheiten höchst unterschiedlich sind, so ist ihnen doch gemeinsam, dass die Einbindung der „Zivilgesellschaft“ es den internationalen Geldgebern ermöglicht, materielle (finanzielle Förderung, etc.) und immaterielle Mittel (Anerkennung, Ausbildungen, etc.) gezielt an ausgewählte Akteure zu verteilen, welche als lokale Bindeglieder und Multiplikatoren fungieren. Auch wenn zivilgesellschaftliche Akteure weder dem Staat, noch dem Markt zugerechnet werden, erfüllen sie doch dank ihrer Ortskenntnis und lokalen Expertise eine Vermittlungsfunktion zwischen internationalen Institutionen und dem anvisierten Zielpublikum. In Programmen zur Förderung von „Good Governance“, von wirtschaftlicher Entwicklung und Stärkung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption gibt es implizit und explizit zunehmend einen Bezug zur Bedeutung und Rolle der „Zivilgesellschaft“. Die verschiedenen Maßnahmen zielen sowohl darauf ab, ausgesuchte „lokale“ Verbände zu unterstützen, als auch darauf, mittels der erwähnten Vermittlungsfunktion zum möglichst reibungslosen Funktionieren transnationaler Politik beizutragen. Diese Politik zielt ausdrücklich auf „horizontale Vernetzung“, „Beteiligung“, „Abstimmung“ und „Dialog“ mit der „Zivilgesellschaft“. Sie erhebt abstrakt den Anspruch, mit der „Zivilgesellschaft“ auch den sozialen Pluralismus zu stärken -- was als Vorbedingung für Demokratie gesehen wird. Die Praxis verdeutlicht jedoch, dass sie sowohl im autoritären als auch im demokratischen Umfeld Anwendung finden kann, ohne die herrschende Ordnung zu stören. So zeigen zahlreiche Forschungsarbeiten, dass eine engere Kooperation zwischen gesellschaftlichen Organisationen/NGOs, internationalen Geldgebern und staatlichen Institutionen zu einer weiteren Legitimierung autoritärer Macht führen bzw. als politische Kontrollmechanismen vor Ort wirken können.

Programm im Arbeit.

 

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